Die Ausgangssituation:
Der Architekt hat für ein Bauherrenehepaar das Raumprogramm in Form eines Vorentwurfes umgesetzt. Es gibt bestimmte Planungsvorgaben (es soll ein Thermstein verwendet werden und in jedem Fall eine Anlage zur kontrollierten Wohnraumlüftung Anwendung finden). Die bisherige Planungsgrundlage zur Energietechnik ist eine Gas-Brennwertheizung.

Die Aufgabenstellung:
  • Es soll für mehrere Haustechnikvarianten der Einfluss auf Betriebs-, aber auch Herstell-(Kapital-) kosten untersucht werden.
  • Die Bauherrschaft interessiert sich für die "Niedrigenergieförderung" der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, um den Standard KfW 60 zu erreichen?
  • Die Bauherrschaft bittet um Untersuchung ihres Objektes hinsichtlich der Gesamtkosten
    (Betrieb und Kapital) für verschiedene Maßnahmenpakete.

    Die Vorgehensweise:
  • Erstellung einer "Untersuchungsmatrix" in Abstimmung mit Bauherrschaft und Architekt, welche Varianten aus Bau- und Haustechnik untersucht werden.
  • Berechnung der kompletten Betriebskosten für die untersuchten Varianten (Trinkwasser,
    Raumheizung, Betriebsstrom, Zählermiete, Wartung, Schornsteinfeger).
  • Ermittlung der zu erwartenden Herstellkosten für die jeweils erforderliche Technik oder Zusatzmaßnahme und Kapitalisierung im Hinblick auf die gewünschte Finanzierungsdauer und
     -konditionen (Zins und Tilgung).
  • Berechnung der Gesamtkosten aus Betrieb und Kapital, da beide Kostenblöcke zu bedienen sind.
     
     
    Variante 1 2 3 4 5 6 5 6
    Jahresbetriebs-
    kosten
    (in Euro)
      1.462 1.360 659   1.000 508 495
    Kapitalkosten
    (in Euro)
      1.049 1.336 1.546   2.482 2.693 2.979

    Summe
    Jahres-
    Gesamt-
    kosten
    (in Euro)

      2.511 2.696 2.205   3.482 3.201 3.475




    Das Ergebnis / Die Empfehlung
    Die Grafik der Gesamtkosten zeigt, dass die Variante 4 die für den Bauherrn günstigste ist.

    Begründung:
  • Variante 4 zeigt einerseits die geringsten Gesamtkosten (Kapital und Betrieb).
  • Die Relation aus Herstellkosten (rot) und Betriebskosten (blau) ist die optimale, weil mit vertretbarem Investitionsaufwand bereits sehr niedrige Betriebskosten erreicht werden.
  • Durch die sehr niedrigen Betriebskosten werden sich auch Energiepreissteigerungen nur relativ gering bemerkbar machen.